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Haus Martfeld in Schwelm hat eine lange
und interessante Geschichte als ehemalige Wasserburg und
Rittersitz vorzuweisen und ist nur ein repräsentatives
Beispiel für viele weitere Burgen in Westfalen. Einige
von ihnen wurden während der Renaissance und des Barock
zu ansehnlichen Schlössern ausgebaut: Zu den
bekanntesten unter ihnen zählen Schloss Nordkirchen,
Schloss Horst in Gelsenkirchen und Schloss Strünkede in
Herne.
Die Ausstellung will das allgemeine
Interesse und Bewusstsein für eine große
mittelalterliche und äußerst geschichts-
trächtige Zeit des Vor-Ruhrgebiets wecken, in der
zunächst noch der Burgenbau neben ersten Stadtgründungen
und sich bereits differenzierenden
Gesellschaftsstrukturen vorherrschte.
Um die Burgenlandschaft des Ruhrgebietes zu
erforschen, untersucht der Luftbildarchäologe
Baoquan
Song von der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag von
"AufRuhr 1225! Ritter,
Burgen und Intrigen" momentan das Ruhrgebiet auf
Spuren früherer Burgen und Schlösser. Es ist eine der
burgenreichsten Regionen Europas. Die Burgen an der
Ruhr weisen das Gebiet an Ennepe und Ruhr als Grenzland
aus und künden von dem machtpolitischen Gegensatz zwischen der westfälischen
Grafschaft Mark und dem rheinischen Erzbistum Köln.
Der 7. November 1225 ist ein Wendepunkt in der
Geschichte des Ruhrgebietes: In dieser Nacht wurde
Erzbischof Engelbert von Köln im Hohlweg bei Gevelsberg
Opfer eines Anschlages. Bis heute sind die genauen
Hintergründe der Tat nicht geklärt. Als Drahtzieher des
Anschlages gilt ein Verwandter des Erzbischofs,
Friedrich von Isenberg, dessen Stammburg mitten im
Ruhrgebiet liegt.
Was auch immer mit dem Anschlag ursprünglich bezweckt
war, die Folgen des tödlichen Hinterhaltes waren enorm
und in ihrer Tragweite sicherlich weder beabsichtigt
noch vorhersehbar. Die Vormachtstellung des Erzbischofs
geriet ins Wanken, unzählige Kleinkriege, mehrere
hundert Burgenbauten, Aufstieg und Niedergang von
Adelsfamilien, die miteinander um Rang und Bedeutung
stritten, waren das Ergebnis.
Typische Anlage dieser Art war die Burg Isenberg an der
Ruhrschleife in Hattingen-Winz. Zusammen mit Schloss
Burg an der Wupper und der Burg Altena an der Lenne
bilden sie einen Herrschaftsbereich des ehemaligen
deutschen Adels.
Die Ausstellung dient darüber hinaus der
Einstimmung auf das kommende Jahr der Europäischen
Kulturhauptstadt „Ruhr 2010“, an dem das Museum Haus
Martfeld als einer von elf Kooperationspartnern der
großen landesweiten Ausstellungskonzeption „AufRuhr
1225!“ des Westfälischen Museums für Archäologie in
Herne mit seiner eigenen Ausstellung vor Ort in Schwelm
beteiligt sein wird.
Quelle: Cornelia
Hackler | AufRuhr1225!
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