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| Familiengeschichte: Zethmeyer

Die Zethmeyer's sind vermutlich aus Niederösterreich der Region Eisenwurzen [Dreiländereck: Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark - in der Nähe von Salzburg] – nach Taschendorf im Steigerwald [Bereich: Würzburg, Bamberg, Neustadt an der Aisch] um 1645 geflohen.

Der oberösterreichische Bauernkrieg richtete sich gegen die Durchführung der Gegenreformation und die bayrische Pfandherrschaft. Mit allen staatlichen Machtmitteln und mit Hilfe der neuen Orden durchgeführten Aktionen, wollte man das Land nach der Reformation zum kathol. Glauben zurückzuführen. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 übertrug dem Landesherrn die Entscheidung über das Bekenntnis seiner Untertanen. 

Die Habsburger selbst standen dem Protestantismus ablehnend gegenüber, doch mussten sie den meist protestantischen Ständen aufgrund der Türkenbedrohung wiederholt Zugeständnisse machen. 

Die 40.000 Bauern unter der Anführung katholischer bzw. kirchlichen Würdenträger erhoben sich gegen die protestantischen Adeligen und Grossbürger. Diese waren die Träger der Reformation in Österreich. Hauptsitz dieser Bewegung war Rosenburg a. Kamp (N.Ö.). Führend waren die Rosenberger und die Zelkmayer auf Schloss Weinberg bei Kefermarkt (O.Ö.). 

Der Aufstand im November 1626 durch den bayerischen General H. G. von Pappenheim niedergeschlagen, die führenden Teilnehmer wurden schwer bestraft. Dieser Bauernkrieg fand mehrfachen Niederschlag in der Literatur. 

Die Einwanderung aus Österreich nach Franken erfolgte zwischen 1650 und 1690. Im südlichen Steigerwald setzte sie kurz vor 1650 ein. Taschendorf wurde durch den 30jährigen Krieg fast ganz entvölkert. In den Jahren 1633 bis 1648 fehlt jeder Eintrag im Kirchenregister: die Pfarrei ist verwaist. 

Der Herr von Lentersheim nahm die aus konfessionellen Gründen vertriebenen Glaubensgenossen an. Er selbst war überzeugter Lutheraner.

 

 


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| Bauernkriege

 

 

Bestrafung der aufständischen Bauern
 Niederösterreichs,
 1597:Kolorierter Holzschnitt
 (Heimathaus Freistadt, OÖ.)

 Die Veränderungen der sozialen, recht- und wirtschaftlichen Stellung der Bauern am Ende des Mittelalters durch gesteigerte Abgaben an die Grundherren und die Stände (Rüststeuern für die Türkenabwehr bei ungenügendem Schutz) und durch die Rezeption des römischen Rechts, die zur Beschneidung der Gemeinrechte führte, lösten ab der 2. Hälfte des 15. Jh. in mehreren österreichischen Ländern Aufstände der bäuerlichen Untertanen aus. Diese wurden meist durch lokale Beschwerden veranlasst und richteten sich gegen den Grundherrn, niemals gegen Kaiser und Reich. 

 Die Bauernkriege brachten für die Unterlegenen neue Be-
drückungen und harte Strafen, in allen Fällen hielten Landesfürst und Kaiser  zu den adeligen und kirchl. Grundherren, auch siegten die Standesinteressen über die religiöse Solidarität. Die Bauern hatten keine politischen und militärisch-strategischen Ziele, ihre Anführer stammten meist aus anderen Berufsständen (Wirte, Handwerker, Lehrer, Beamte)

 

 

 

 | Markt Taschendorf - Landkreis: Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim (Bayern)

 

 

 

| Der Anfang in Taschendorf

 

 

Österreichische (und altbayerische) Emigranten im ehemaligen Gebiet 
der Herren von Lentersheim auf Ober
Steinbach (Mittelfranken)

Sonderdruck aus den „Blättern des Bayrischen Landesvereins für Familienkunde“. 1931 Nr. 6/7 Max Kellerers Verlag München
von Wilhelm Dannheimer, Pfarrer in Markt Taschendorf

 

Zur Lentersheimischen Herrschaft Obersteinbach gehörten um 1650 die Ortschaften:
Markt Taschendorf (34 Höfe), Obersteinbach (13 Höfe), Lachheim (8 Höfe), Obertaschendorf (6 Höfe), Frankfurt (6 Höfe), Lerchenhöchststadt (5 Höfe), Birkach (2 Höfe), und von Kornhöfstadt (2 Höfe), - sämtl. Bezirksamt Scheinfeld - ferner: Rossbach (13 Höfe), Stübach (7 Höfe) und von Frankenfeld (2 Höfe) (Bezirksamt Neustadt/Aisch).

 Wer sich mit den Bewohnern des südlichen Steigerwaldes über die Vergangenheit der Gegend und über die Geschichte einzelner Familien unterhält, der stößt nicht selten auf die Behauptung:

„Mein Großvater, meine Großmutter, hat mir erzählt, 
dass wir von vertriebenen Salzburgern abstammen sollen.“

Hier handelt es sich allerdings um die Meinung, dass die Vorfahren mit den großen Salzburger-zügen um 1732 eingewandert seien (Salzburger Exulanten *). Jedoch schon lange vor den eigentlichen „Salzburgern“ war eine Einwanderung zwischen 1650 und 1690 aus Österreich und Franken erfolgt.

Die Entvölkerung durch den 30-jährigen Krieg war auch für den südlichen Steigerwald typisch. Es war nur noch ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung vorhanden, die überwiegende Mehrzahl der Häuser ausgestorben, verbrannt und verfallen. Im Gebiet der Reichsfreiherrn von Lentersheim auf Obersteinbach waren 1658, also fast 10 Jahre nach dem Friedensschluss, noch ca. 60 Bauerngüter besetzt.

Aus den österreichischen Landen kamen eben in den Jahren nach dem westfälischen Friedensschluss immer zahlreicher die um ihres Glaubens willen vertriebenen Evangelischen nach Norden gewandert.

Soviel sich feststellen lässt, hat die Einwanderung der österreichischen und auch altbayerischen Emigranten im südlichen Steigerwald kurz vor 1650 eingesetzt. Um diese Zeit hielt sich in Neustadt a. Aisch oder wenigstens in nächster Nähe dieser Stadt eine Gruppe von Holzarbeitern auf. Sie werden abwechselnd als „Steuermärcker“ (aus der Steiermark) oder als „Zimmerleut“ aus dem Salzburger Land bezeichnet.

Nicht uninteressant ist es auch zu beachten, wie durch den Wechsel der Heimat mancher Emigrant auch seinen Familiennamen unfreiwillig gewechselt hat. Am neuen Wohnort schrieb man den Namen so, wie man ihn gesprochen hörte.

Der Kaufpreis der  verlassenen Bauerngüter war in den ersten 15 Jahren nach dem 30-jährigen Krieg erstaunlich gering. Für einen Preis: für 20 – 30 Rhtr. (Reichstaler) wurden die besten Anwesen erworben und den Käufern waren seitens der Herrschaft für die ersten drei Jahre sämtliche Steuern und Abgaben erlassen.

Die Löhne der herrschaftlichen Dienstboten waren dagegen verhältnismäßig hoch: ein Ochsenknecht erhielt 10 Rhtr. Jahreslohn und ½ Rhtr. Leihkauf, ein Pferdeknecht sogar im Ganzen 13½ Rhtr.

* Exulanten: allgemein Verbannte;
   besonders die im 17. und 18. Jahrhundert aus Salzburg vertriebene Protestanten

 

 


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| Verzeichnis der Emigranten

 

 


Auszug aus dem Verzeichnis der österreichischen (und altbayerischen) Emigranten im Gebiet des Herrn von Lentersheim auf Obersteinbach

 Abkürzungen
 T.  = Markt Taschendorf
 HR. = Hochzeitsregister,
 BR. = Beerdigungsregister
 PD. = Protokollum u. Diarium von 1650-71

 

 

151.

 Zetmeier Thomas, ein alter ehrlicher Greis aus Österreich geflogen (geflohen) 
 * ca. 1600, zwischen 1630 und 1637;
im Alter von 74 Jahr. T BR. 15.07.1674

152.

 Zetmeier Maria,, Ehefrau von 151. starb zu Obertaschendorf 72 Jahre alt.
 T BR. 11.05.1685.

153.

 Zetmeier Matthias, aus Öberösterreich bürtig, Wagner und Buzenmüller allhier zu
 Markt Taschendorf, Sohn von 151 und 152 heiratet zu Taschendorf Justina
 Birkenfelder (siehe Nr. 8) T HR. 16.08.1670. Die Buzenmühle kauft er 1667 PD 126.

154.

 Zetmeier Johannes, Sohn v. Nr. 151 u. 152 heiratet zu Markt Taschendorf
 Catharina Würzbergerin (siehe Nr. 139) T HR. 21.02.1671 gestorben 68 Jahre  alt.
 T BR. 30. 03.1706

8.

Birkenfelder Justina, Mattheus Birkenfelder in Unter-Östereich Taglöhner ehel. Tochter; heiratet Matth. Zenteneyer (siehe Nr. 153) zu Markt Taschendorf. 
T HR. 16.08.1670.

139.

Würzberger Kathariana, Tochter von Nr. 134 u. 135 heiratet Johann Zethmeier von Markt Taschendorf (siehe Nr. 154) T HR. 21.02.1671.

 

 


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Ahnentafel "Zethmeyer" ab ca. 1600

 

 

 

Zethmeyer Thomas

Ehefrau Maria Zethmeyer

* ca. 1600
† 15.07.1674

∞ zwischen 1630-1637
Emigranten aus Österreich

* ca. 1613
† 11.05.1685

 

Zethmeyer Matthias

(Wagner* und Buzenmüller)

Justiana Birkenfelder
 

∞ 16.08.1670

* Berufsbezeichnung für Wagenbauer / Wagenschmied

 

Zethmeyer Johannes

Katharina Würzberger

*ca. 1638
† 30.03.1706

∞ 21.02.1671

*
† 14.02.1701

 

 Rolf Zethmeyer, Sohn von internHanns Zethmeyer
 schreibt am 26.Dezember 1977:

„Eigenartiger Weise gibt das Register über die ersten Zethmeyer Auskunft und Nachweise.
Über die Zeit von ca. 1675 bis 1778 sind keine Unterlagen vorhanden.“

 

Zethmeyer Matthäus

Katherina Elisabeth Boland

* 12.12.1787

∞ 04.01.1818

* 17.02.1796

 

Zethmeyer Matthäus (Ökonom)

Anna Katherina Link

* 20.05.1828

∞ 04.04.1856

* 10.04.1829

 

Zethmeyer Johann Georg

Margaretha Doßler

* 04.03.1857
09.01.1908

∞ 12.05.1889

* 11.10.1862
22.01.1935

 

Zethmeyer Georg

Anna Wilhelmine Elisabeth Waldeck

* 14.10.1890
04.01.1951

∞ 24.07.1915

* 04.11.1888
† 09.07.1965

 

Zethmeyer Erwin

Anna Elli Auguste Walter

* 24.01.1914
26.03.2003

∞ 27.10.1939

* 27.12.1912
† 21.05.2002

 

Zethmeyer Heinz E.

Renate Regina Kuhnen

* 12.08.1944

∞ 31.03.1969

* 26.01.1944

 

Zethmeyer Claudia

Damir Pavić

* 21.10.1969

∞ 25.10.1996

* 27.02.1965

 

 

 


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| Verwandtschaft in Roigheim?

 

 

Gary Zentmyer, aus den USA (Kalifornien) hat uns mitgeteilt, dass seine Vorfahren um 1690 bis 1750 in Roigheim (Baden-Württemberg) gelebt haben. "Hanns Jacob Centma(e)yer (Bürger und Bauer zu Roigheim), soll mit Thomas Zethmeyer verwandt gewesen sein."
Beweise, dass Hanns Jacob Centmayer und Thomas Zethmeyer verwandt sind gibt es allerdings nicht!

Centma(e)yer Hanns Jacob

Ursula NN

* um 1661
† 25.08.1733

29.08.1699

* 27.02.1665
† 02.07.1720

Leider sind die alten Kirchenbücher in Roigheim nicht vollständig vorhanden bzw. sind tlw. verbrannt, so dass keine vollständigen Daten zur Verfügung stehen. 
Hanns Jacob Centma(e)yer hatte die Söhne Hanns Jörg (
* vermutlich in Roigheim, † um 1774) und
Peter
 (* um 1698, † 17.02.1765).
Im Taufbuch der evangelischen Kirche ist Peter Zehntmayer
∞ Maria Agatha geb. Ernst (um 1740) mit drei Kindern aufgeführt:
Zehntmayer Maria Catharina, ev.,
* in Roigheim, getauft 06.07.1743
Zehntmayer Maria Elisabeth, ev., * in Roigheim, getauft 21.11.1744
Zehntmayer Anna Maria, ev., * in Roigheim, getauft 21.07.1748, †09.09.1830

Im ältesten Kirchenbuch von Roigheim wird der Name Centma(e)yer, im Taufbuch (ab 1711) Zehntmayer, im Ehebuch Zentmeier, und im Totenbuch Zehntmeyer geschrieben.

 

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Aktualisierung: 04. Dezember 2009


HERZ - Heinz E. & Renate Zethmeyer | www.zethmeyer.de